Ansicht eines fahrenden PlusBus

Rückblick zum Vogtlandnetz

Zum 13. Oktober 2019 erfolgte die große Netzumstellung zum Vogtlandnetz 2019+, das mit der Einführung von Plus-, Takt- und RufBussen einherging. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte das Netz sich etablieren und wachsen. Mit dem Fahrplanwechsel zum 13. Februar 2022 wurden erstmals Stellschrauben justiert, die sich nach über zwei Jahren effektiver Nutzung zeigten. Denn nur so kann man ermöglichen, dass das Netz dynamisch mit den Bedürfnissen der Fahrgäste wächst.

Dass die Anpassungen aus Februar Wirkung zeigen und sich einer regen Annahme erfreuen, macht die Bilanz nach sechs Monaten (Februar bis Juli) deutlich. Die stärkste Linie im Verkehrsverbund ist bzw. bleibt der PlusBus 10. Knapp 20.000 Fahrgäste im Monat und bis zu 1.000 Fahrgäste pro Tag verkehren zwischen Falkenstein, über Ellefeld, Auerbach, Rodewisch und Lengenfeld bis Reichenbach. Allein auf dieser Linie verzeichnete man im letzten Halbjahr ein Plus von über 6.000 Fahrgästen pro Monat im Vergleich zum Vorjahr desselben Zeitraums. Auf Platz zwei liegt die PlusBus-Linie 70 (Plauen – Rodewisch) mit rund 18.700 Fahrgästen pro Monat (Plus von 6.800 Fahrgästen). Gefolgt vom PlusBus 50 (Plauen – Oelsnitz – Rodewisch) mit über 18.000 Fahrgästen pro Monat (Plus von 5.600 Fahrgästen).

Die gute Nutzung der PlusBusse, die über den Busbahnhof Rodewisch verkehren, macht sich auch in der Einsteigerstatistik bemerkbar. So stellt der Rodewischer Busbahnhof (bzw. die derzeitigen baustellenbedingten Ersatzhaltestellen am Postplatz) den am stärksten frequentierten Kontenpunkt im Vogtland dar. Rund 23.000 Fahrgäste pro Monat steigen hier ein bzw. aus (Plus von ca. 8.000 Fahrgästen). Auf Platz zwei liegt der Postplatz in Reichenbach, wo allein über 10.000 Fahrgäste pro Monat (Plus von 3.000 Fahrgästen) und bis zu 500 Fahrgäste pro Tag ein- und etwa genauso viele aussteigen. Hier wurde zu Februar ein sogenanntes Rendezvous-System, ein modernes und erprobtes Verkehrskonzept, das den Takt der Stadt-Umland-Linien angibt, eingeführt, welches sich merklicher Nutzung erfreut.

Den dritten Platz teilen sich der Busbahnhof in Plauen sowie die Haltestelle Gartenhaus in Auerbach, an denen je über 16.000 Fahrgäste monatlich zu- und aussteigen (plus 2.000 Fahrgäste am Gartenhaus und plus 4.000 Fahrgäste am Busbahnhof Plauen). Der Zuwachs an Einsteigern am Plauener Busbahnhof zeigt die gute Annahme des Verkehrskontenpunktes. Neben den bestehenden Bahn- und Busanbindungen wurden hier im Februar neue Verbindungen geschaffen, wie die TaktBus-Linie 63 über Treuen und Lengenfeld nach Plohn. Aber auch die im Mai eingeführte Linie 51 von Plauen nach Gattendorf trägt dazu bei, dass die Einsteigerzahlen kontinuierlich steigen.

Allgemein erfreut sich das Vogtlandnetz steigender Nutzerzahlen – auch unabhängig des Aktionszeitraums des 9-Euro-Tickets. Schaut man in die Zahlen bis Mai dieses Jahres, also vor die Zeit des 9-Euro-Ticket, haben sich die Fahrgastzahlen im Vergleich zu den Vorjahren fast verdoppelt! Verständlicherweise fließen hier Faktoren, wie die Einschränkungen in den Vorjahren durch die Pandemie mit ein. Doch es wird deutlich, dass die Vogtländer das Vogtlandnetz 2019+ annehmen und gerne das verknüpfte System aus Bus, Bahn und Straßenbahn für Beruf, aber auch Freizeit nutzen. Die Verantwortlichen vermerken in der Halbjahresbilanz rund 1,3 Mio. Einsteiger – ein riesiges Plus von fast 500.000 Einsteigern im Vergleich zum Vorjahr.

Ein positiver Trend, der durch die Monate mit dem 9-Euro-Ticket nochmals bestärkt werden wird, denn im Verkehrsverbund Vogtland wurden rund 41.000 9-Euro-Tickets verkauft. Zu den verkauften 9-Euro-Tickets kommen im VVV für den gesamten Aktionszeitraum noch 39.000 Bestandskunden hinzu, die automatisch die Vorteile des 9-Euro-Tickets nutzen konnten. Somit ergeben sich insgesamt 80.000 9-Euro-Ticket-Nutzerinnen und -Nutzer über den Aktionszeitraum Juni bis August im Vogtland.